Stellen Sie sich vor: Sie springen von einem vulkanischen Felsvorsprung fünf Meter über dem Atlantik, tauchen in Wasser so klar, dass Sie die Basaltfelsen auf dem Meeresboden sehen können, kommen an die Oberfläche zum Klang der Wellen, die gegen die Steilküste brechen, und schwimmen dann in eine Meereshöhle, die türkis leuchtet vom Licht, das durch ihren Eingang fällt. Das ist Coasteering auf Madeira — und es ist eine der aufregendsten Arten, die außergewöhnliche Küste dieser Insel zu erleben.
Madeiras vulkanische Küste wurde für diesen Sport geschaffen. Millionen Jahre vulkanischer Aktivität schufen dramatische Steilklippen, natürliche Plattformen, versteckte Höhlen und Felspools, die wie maßgeschneidert zum Springen, Schwimmen und Erkunden wirken. Dazu kommen warmes Atlantikwasser, ganzjährig Sonnenschein und einige der spektakulärsten Küstenlandschaften Europas — und Sie haben ein Coasteering-Ziel, das sich mit jedem Ort der Welt messen kann.
Was ist Coasteering?
Coasteering ist der Sport der Erkundung einer felsigen Küstenlinie auf Meeresniveau — eine Kombination aus Klippenspringen, Schwimmen, Klettern und Höhlenerkundung — alles ohne Boot. Sie bewegen sich entlang der Küste zu Fuß, im Wasser und manchmal durch die Luft und navigieren die Zone, wo Land auf Ozean trifft.
Anders als bei anderen Wassersportarten erfordert Coasteering keine Vorkenntnisse und keine speziellen Fähigkeiten. Wenn Sie schwimmen können und sich im Meer wohlfühlen, können Sie Coasteering machen. Es gibt keine Seile, keine technische Ausrüstung außer Neoprenanzug und Helm, und keine komplizierten Techniken zu erlernen. Ihr Guide liest die Seebedingungen, wählt die Route und zeigt Ihnen, wo Sie springen, schwimmen und klettern.
Der Sport entstand in den 1980er Jahren in Wales und hat sich über Europas atlantische und mediterrane Küsten verbreitet. Madeira mit seiner vulkanischen Geologie und dem klaren Meerwasser ist einer der besten Orte weltweit dafür.
Warum Madeiras Vulkanküste perfekt für Coasteering ist
Dramatische Vulkangeologie
Madeiras Küste besteht nicht aus sanftem Sand und flachen Hängen. Es sind Basaltklippen, Lavaformationen, Felssäulen und Felsplatten, geformt durch Millionen Jahre atlantischer Wellen auf Vulkangestein. Das schafft einen natürlichen Hindernisparcours mit Vorsprüngen zum Springen, Kanälen zum Schwimmen, Höhlen zum Erkunden und Plattformen zum Ausruhen. Der Fels hat eine raue Textur und bietet auch nass hervorragenden Halt — unverzichtbar beim Klettern.
Kristallklares Atlantikwasser
Das Wasser rund um Madeira ist bemerkenswert klar, mit Sichtweiten von oft mehr als 20 Metern. Das liegt zum einen daran, dass die Insel im offenen Atlantik liegt, weit entfernt von kontinentalen Flusssedimenten, und zum anderen daran, dass der vulkanische Meeresboden nicht den trüben Sand produziert, den man an vielen Festlandsstränden findet. Wenn Sie ins Wasser springen, sehen Sie genau, was unter Ihnen liegt.
Meereshöhlen und Naturbögen
Vulkangestein erodiert auf faszinierende Weise. Entlang der Küste Madeiras hat der Ozean Meereshöhlen, Tunnel, Blaslöcher und Naturbögen geschaffen, die an ruhigen Tagen zugänglich sind. In eine Meereshöhle zu schwimmen und das Lichtspiel auf Wasser und Wänden zu beobachten, ist eines der großen Vergnügen des Coasteering — und Madeira hat reichlich davon.
Angenehme Wassertemperaturen
Die Meerestemperaturen rund um Madeira liegen zwischen etwa 17 Grad Celsius im Februar und 24 Grad im September. Kombiniert mit einem 5-mm-Neoprenanzug (von den Anbietern gestellt) können Sie von Mai bis Oktober ausgedehnte Zeit im Wasser verbringen, ohne zu frieren. Auch außerhalb der Hauptsaison ist das Wasser schwimmbar.
Geschützte und exponierte Möglichkeiten
Die Küste der Insel zeigt in alle Richtungen, sodass Guides immer einen Abschnitt finden können, der vor der vorherrschenden Dünung geschützt ist. Die Südküste ist tendenziell ruhiger, während der Norden und Westen dramatischere Bedingungen für erfahrene Gruppen bieten. Diese Flexibilität bedeutet, dass Coasteering auf Madeira selten wegen des Seegangs abgesagt wird — der Guide passt einfach den Standort an.
Die besten Coasteering-Standorte auf Madeira
Porto Moniz und die Nordwestküste
Die vulkanischen Naturschwimmbecken von Porto Moniz sind berühmt, aber an der umliegenden Küste kommt Coasteering erst richtig zur Geltung. Die Basaltformationen hier sind außergewöhnlich — imposante Felssäulen, Naturbögen und tiefe Kanäle im dunklen Vulkangestein. Die Gegend bietet Sprünge in verschiedenen Höhen, mehrere Schwimmhöhlen und einige der visuell beeindruckendsten Küstenlandschaften der Insel.
Ponta de São Lourenço
Die Ostspitze Madeiras ist ein Naturschutzgebiet mit einer wilden, windumtosten Küste. Coasteering hier bedeutet Klettern über dramatische rot-goldene Felsformationen, Springen in tiefblaues Wasser von geschichteten Vulkanplattformen und Erkunden eines Küstenabschnitts, der sich trotz der Nähe zum Funchal (weniger als eine Stunde) wirklich abgelegen anfühlt.
Südküste — Funchal bis Câmara de Lobos
Die Südküste bietet ruhigere Bedingungen und wärmeres Wasser und eignet sich ideal für Anfänger und Familien. Die Küste zwischen Funchal und Câmara de Lobos hat leicht zugängliche Ein- und Ausstiegspunkte, moderate Sprunghöhen und mehrere kleine Höhlen. Die Ausblicke zurück nach Funchal und hinauf zu den Bergen sind spektakulär.
Seixal und die Nordküste
Wer ein abenteuerlicheres Erlebnis sucht, wird an der Nordküste bei Seixal fündig. Das Meer ist hier oft wilder, die Klippen höher und die Höhlen tiefer. Dieses Gebiet eignet sich am besten für sichere Schwimmer und Gruppen, die eine anspruchsvollere Session wünschen.
Was Sie bei einer Coasteering-Session erwartet
Eine typische Coasteering-Session auf Madeira dauert zwischen 2 und 3,5 Stunden und folgt einem klaren Ablauf:
1. Treffpunkt und Einweisung
Sie treffen Ihren Guide am vereinbarten Ort, meist einem Parkplatz in Küstennähe. Sie erhalten Neoprenanzug, Helm und Schwimmweste (falls verwendet), und der Guide gibt eine ausführliche Sicherheitseinweisung zu Sprungtechnik, Meeresbewusstsein, Handzeichen und Verhalten bei Trennung von der Gruppe.
2. Aufwärm-Einstieg
Die Session beginnt mit einem leichten Einstieg ins Wasser — normalerweise ein kurzes Klettern zu einer Felsplattform und ein sanfter Sprung oder Schritt ins Meer. So gewöhnen sich alle an die Wassertemperatur und testen die Passform des Anzugs.
3. Die Route
In den nächsten 1,5 bis 3 Stunden bewegt sich die Gruppe entlang der Küste und wechselt zwischen:
- Klippenspringen: Von Felsvorsprüngen in tiefes Wasser springen. Höhen reichen typischerweise von 2 bis 10 Metern, die meisten Sprünge liegen bei 3 bis 6 Metern. Jeder Sprung ist optional — der Guide bietet immer eine Alternative.
- Schwimmen: Buchten durchqueren, enge Kanäle zwischen Felsen navigieren und in Meereshöhlen hinein- und hindurchschwimmen. Der Neoprenanzug gibt Auftrieb, sodass auch mäßig geübte Schwimmer sich wohlfühlen.
- Klettern: Über Felsen klettern, Vorsprünge traversieren und auf Plattformen hochziehen. Klettererfahrung ist nicht nötig — das Vulkangestein bietet hervorragende Griffe.
- Höhlenerkundung: In Meereshöhlen schwimmen oder waten, von denen einige sich zu Kammern öffnen, in denen die Akustik das Meeresrauschen verstärkt. An ruhigen Tagen führen Guides die Gruppe auch durch Durchschwimmhöhlen.
4. Der große Sprung (Optional)
Die meisten Sessions bauen sich zu einem Finale auf — ein höherer Sprung von 7 bis 10 Metern für alle, die den Adrenalinhöhepunkt wollen. Das ist immer vollkommen freiwillig, und es gibt keinerlei Druck. Viele überraschen sich selbst und wagen es, nachdem sie während der Session Vertrauen aufgebaut haben.
5. Ausstieg und Rückweg
Die Session endet an einem festgelegten Ausstiegspunkt, und die Gruppe geht zum Treffpunkt zurück. Erwarten Sie reichlich Lächeln und Erlebnisberichte.
Fitnesslevel und Anforderungen
Coasteering ist für ein breiteres Spektrum an Fitnessniveaus zugänglich als die meisten Abenteuersportarten. Sie sollten in der Lage sein:
- 50 Meter im offenen Meer ohne Hilfe zu schwimmen
- Einige Minuten Wasser zu treten
- Auf unebenem felsigem Gelände kurze Strecken zu gehen
- Sich aus dem Wasser auf einen Felsvorsprung hochzuziehen (Guide und Gruppe helfen dabei)
Sie müssen kein Athlet sein. Der Neoprenanzug gibt erheblichen Auftrieb, der Guide bestimmt das Tempo und die Gruppe bewegt sich gemeinsam. Kinder ab 8 Jahren können bei ruhigem Wasser teilnehmen, und es gibt keine Altersobergrenze, solange die Schwimmanforderung erfüllt ist.
Gewichtslimits gelten üblicherweise (meist 100 bis 120 kg) basierend auf den Spezifikationen der Schwimmweste.
Menschen mit Höhenangst können Coasteering trotzdem genießen — die niedrigeren Sprünge (2 bis 3 Meter) sind kaum höher als ein Sprungbrett, und es gibt immer die Möglichkeit, hinunterzuklettern oder hineinzurutschen statt zu springen.
Ausrüstung — Was gestellt wird und was Sie mitbringen sollten
Vom Anbieter gestellt
- Neoprenanzug (lang, 5 mm)
- Helm
- Schwimmweste (bei einigen Anbietern) oder Anzug mit integriertem Auftrieb
- Neoprenstiefel oder Wasserschuhe mit Profilsohle
Was Sie mitbringen sollten
- Badeanzug/Badehose zum Tragen unter dem Neoprenanzug
- Handtuch und trockene Kleidung für danach
- Sonnencreme vor der Session aufgetragen (bevorzugt rifffreundlich)
- Wasser zum Trinken danach
- Wasserdichte Kamera oder GoPro für eigene Aufnahmen (viele Anbieter bieten Foto-/Videopakete)
Lassen Sie Wertsachen, Schmuck und Handys im Auto oder beim Anbieter. Alles, was ein Salzwasserbad nicht übersteht, sollte zurückbleiben.
Preise
Coasteering auf Madeira kostet typischerweise zwischen 40 und 65 Euro pro Person, abhängig von Standort, Sessiondauer und Gruppengröße.
- Standard-Gruppensession (2–2,5 Stunden): 40–50 Euro
- Verlängerte Session (3–3,5 Stunden): 50–65 Euro
- Private Session (eigener Guide): 55–80 Euro pro Person
Die Preise beinhalten die komplette Ausrüstung (Anzug, Helm, Schuhe, Schwimmweste), qualifizierten Guide und Versicherung. Foto- und Videopakete sind meist für zusätzliche 10 bis 15 Euro erhältlich.
Gruppenrabatte gibt es häufig ab vier Personen. Familientarife sind manchmal für Gruppen mit Kindern verfügbar.
Beste Jahreszeit für Coasteering auf Madeira
Die Hauptsaison für Coasteering liegt zwischen Mai und Oktober, wenn die Meerestemperaturen am wärmsten sind (20–24 Grad Celsius), die Seebedingungen generell ruhiger und die Tage am längsten.
- Mai–Juni: Hervorragende Bedingungen, warmes Wasser, weniger Andrang als im Hochsommer. Ideal für ein ruhigeres Erlebnis.
- Juli–August: Hochsaison. Wärmstes Wasser, ruhigste See, längste Tage. Rechtzeitig buchen.
- September–Oktober: Das Wasser ist noch warm vom Sommer, die Menschenmengen dünnen aus und das Licht ist wunderschön. Viele Einheimische halten dies für die beste Zeit.
Coasteering ist auch außerhalb dieser Monate möglich, besonders an der geschützten Südküste, aber die Sessions können kürzer sein und das Wasser ist kühler. Anbieter passen Routen und Zeiten an die täglichen Bedingungen an.
Sicherheit
Coasteering involviert den Ozean, Felsen und Sprünge aus der Höhe — all das birgt ein gewisses Risiko. Mit einem qualifizierten Guide und ordnungsgemäßer Ausrüstung hat der Sport jedoch eine ausgezeichnete Sicherheitsbilanz.
Was ein guter Anbieter bietet:
- Guides mit Coasteering- oder Wassersportqualifikation und Ortskenntnis
- Tägliche Bewertung von Seebedingungen, Dünung, Gezeiten und Wetter
- Gut gewartete Ausrüstung, die vor jeder Session geprüft wird
- Kleine Gruppen (typischerweise 6 bis 10 Teilnehmer pro Guide)
- Umfassende Sicherheitseinweisung
- Bereitschaft, Standort zu wechseln oder abzusagen, wenn Bedingungen ungeeignet sind
Ihre Verantwortung als Teilnehmer:
- Seien Sie ehrlich bezüglich Ihrer Schwimmfähigkeit — hier sollten Sie sich nicht überschätzen
- Hören Sie genau auf die Anweisungen des Guides, besonders zu Sprungpositionen und Wassereinstieg
- Springen Sie nie, ohne dass der Guide Tiefe und Bedingungen überprüft hat
- Bleiben Sie bei der Gruppe
- Informieren Sie den Guide über medizinische Zustände, Verletzungen oder Medikamente
- Wenn Sie sich unwohl fühlen, sagen Sie es sofort — ein guter Guide passt sich an
Meeresbedingungen können sich während einer Session ändern. Ein kompetenter Guide liest kontinuierlich das Wasser und passt die Route entsprechend an. Wird die Session verkürzt oder die Route geändert, ist das Zeichen eines guten Anbieters, nicht eines schlechten.
Coasteering mit Zipline kombinieren — der ultimative Abenteuertag
Wenn Sie einen Tag an Madeiras Nordwestküste für Coasteering verbringen, sind Sie bereits in der Nähe von Adrenaline Adventures in Porto Moniz. Ein Nachmittag auf der 1,6 Kilometer langen Zipline über dem Atlantik mit bis zu 110 km/h ist die perfekte Ergänzung zu einem Vormittag auf Meeresniveau.
Coasteering taucht Sie in den Ozean ein — durch Höhlen schwimmen, von Klippen springen, die Kraft des Atlantiks hautnah spüren. Die Zipline hebt Sie über alles hinaus, mit der vulkanischen Küste unter Ihnen und dem Ozean bis zum Horizont. Zusammen bieten sie zwei völlig unterschiedliche Perspektiven auf Madeiras außergewöhnliche Küste und einen Abenteuertag, den Sie nicht vergessen werden.
Preise Ansehen und Abenteuer BuchenLesen Sie auch
- Was tun auf Madeira — Der ultimative Aktivitätenguide von Levada-Wanderungen bis Walbeobachtung.
- Canyoning auf Madeira — Der komplette Abenteuerguide — Alles über die Erkundung von Madeiras Vulkanschluchten mit Abseilen, Sprüngen und Naturrutschen.
- Sicherheitstipps für Abenteuer auf Madeira — Wichtige Sicherheitshinweise für alle Abenteueraktivitäten auf der Insel.
Häufig Gestellte Fragen
Do I need experience for adventure activities?
Most activities welcome beginners. Professional guides provide full briefings and all equipment is included.
What is the best adventure activity in Madeira?
The zipline at Porto Moniz is the top-rated experience — 1.6 km at 320m altitude with speeds up to 110 km/h over the Atlantic.
Can I combine multiple activities in one day?
Yes. A popular combo is the zipline and giant swing in the morning, followed by natural pools in Porto Moniz in the afternoon.
Are adventure activities safe for children?
Many activities accept children. The zipline panoramic route welcomes riders from age 4. Canyoning and coasteering typically require age 10+.





